Jeder kennt es, jeder hat es schon mehrere Male durchgemacht und dennoch fürchtet man es wie als wäre es das erste Mal — man sendet an eine bestimmte Person, in der man eine potenzielle Liebschaft erwartet, eine Textnachricht in der Hoffnung, eine positive Nachricht zurückzubekommen. Man wartet und wartet… jede Sekunde dauert länger als die vorherige und der Blick auf das Smartphone wird unerträglich.

Dann, dein Handy vibriert — Oh, es war nur deine Mum, die fragt, ob du ihr später Apfeltaschen mitnehmen kannst. Und wenn du schon dabei bist, gehst du nochmal kurz in den Chat mit ihr.

Moment mal, sie war doch online! Sie hat sogar meine Nachricht gelesen!“

Du weißt, was dann passiert. Dein Kopf rast, die Hände schwitzen, dein Verstand vernebelt. Gedanken drehen sich. Für gewöhnlich folgen dann zwei Emotionen:

  1. Du wirst wütend. Du denkst automatisch daran, dass diese Person dich nicht wertschätzt und dass es eine Respektlosigkeit ist, dir nicht zu antworten. „Wie kann sie es überhaupt wagen, so mit mir umzugehen, ich bin was Besonderes!“ (Hinweis: 99% Wahrscheinlichkeit, dass du es nicht bist, komm runter.) Oftmals resultiert diese Wut aus einer falschen Selbsteinschätzung deiner Selbst, einem großen Ego. Darüber kann man jetzt ein ganzes Buch schreiben, deswegen schneide ich es nur kurz an: Ein großes Ego ist ungesund und kommt aus unterbewussten Unsicherheiten und um diese zu überdecken, legen wir oftmals ein falsches Bild von uns an. Wir erstellen eine Fantasie unserer Selbst, um uns als großartig zu sehen und Selbstbewusstsein vorzuspielen.
  2. Du wirst traurig. Auch diese Emotion zeugt von Unsicherheiten, nur sind diese nicht von einem Ego maskiert. Wir alle sind nicht zu 100% zufrieden mit uns selbst, so wie wir sind. Wir alle haben Schwächen und wissen (hoffentlich) von ihnen. Wenn wir also keine Antwort bekommen, oder von jemandem zurückgewiesen werden, glauben wir oftmals, dass er unsere Schwächen gesehen hat und ebenso nicht zufrieden mit ihnen ist. Unterbewusst bestätigen wir also unsere eigenen Vermutungen.

Wenn wir in dem Moment unsere Gedanken kreisen lassen, fragen wir uns, was falsch gelaufen ist. Das Problem dabei ist, dass unser Gehirn sich dann eine Antwort aussucht. Diese Antwort entspricht oftmals nicht der Wahrheit, aber wir nehmen sie an, weil sie plausibel klingt. Wenn du große Stücke von dir hältst, dann muss es natürlich an ihr liegen, dann ist sie einfach unreif und respektlos. Und sie hat deine Zuneigung eh nicht verdient. Wenn du glaubst, für die meisten unattraktiv zu sein, dann wird auch dein Verstand dir sagen, dass die andere Person das erkannt hat und will nichts mehr mit dir zu tun haben. Glaubst du.

Nach den Emotionen folgt oftmals eine weitere Nachricht deinerseits. Bei einem mal mehr, bei dem anderen mal weniger. Irgendwann verlieren wir uns so sehr darin, dass die andere Person erst recht keine Lust mehr auf uns hat und dann heißt es wirklich bye-bye. Dabei war die Person gerade dabei ihre Nachrichten zu kontrollieren, als ihr Vater angerufen hat und ihr erzählt hat, dass ihr Bruder krank ist und im Krankenhaus liegt…

Unsere Erwartungen und Hoffnungen werden nicht erfüllt und wir erleben ein Verlustgefühl.

Damit das nicht mehr so einfach passiert, sage ich dir, was du NICHT tun solltest, wenn du mal keine Nachricht bekommst. Wie du deine Unsicherheiten los wirst, darüber schreibe ich in Zukunft einen Artikel. Um es kurz anzuschneiden: Du wirst sie nicht los, du akzeptierst sie als ein Teil von dir und bist glücklich, sie zu haben. Denn, die gesunde Variante auf diese Situation zu reagieren, ist Gleichgültigkeit und Geduld.

Die Not-To-Do-List

  1. Sende KEINE Nachricht hinterher. Bleibe ruhig, eine Nachricht nachzusenden ist nur kontraproduktiv, zeigt kindisches, ungeduldiges Verhalten und macht es schlimmer, obwohl du glaubst, du treibst die Konversation damit an.
  2. Stelle dir keine schlechten Fragen. „Ist er gerade bei einer Anderen?“ gehört zu einer davon. Fantasiere nicht, kreiere keine Szenarios und bleibe gelassen. Ist ein negativer Gedanke einmal eingepflanzt, wirst du ihn schwer wieder los. Also mach dir das Leben einfach und lerne deine Gedanken zu kontrollieren.
  3. Suche NICHT die Aufmerksamkeit bei anderen. Wenn wir das Gefühl haben, dass uns etwas genommen wurde, dann wollen wir dieses Loch ersetzen und widmen uns anderen Dingen zu. In vielen Fällen sind das andere Männer oder Frauen. Niemand verdient es, eine zweite Wahl zu sein.
  4. Wecke keine Gefühle in dir. Deine Gefühle liegen oftmals falsch und entsprechen nicht der Realität. Sie reißen dich in eine Fantasiewelt und verzerren die Wirklichkeit.

Was du stattdessen tun sollst

  1. Ruhe bewahren. Das war es auch schon.

Dein Glück sollte nicht davon abhängen, ob dir jemand Zuneigung schenkt oder nicht. Ich will Liebe nicht schlecht reden, aber Liebe ist nicht das Ziel des Lebens. Letztendlich kannst du nicht kontrollieren, ob jemand bereit ist, dir Zeit zu schenken.

Was du aber kontrollieren kannst, sind deine Reaktionen. Und genau deswegen musst du dir mehr Beachtung schenken, oder anders ausgedrückt, musst du den wichtigen Dingen in deinem Leben gesündere Prioritäten geben. Wenn deine höchste Priorität Sex und Zuneigung ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du kein allzu glückliches Leben hast.

Schenke deinem Leben andere Prioritäten.

Man hört ja immer das Klischee, das alte Katzenladys die einsamsten Menschen sind. Ihre Kinder und Enkel melden sich nie und sie tun den ganzen Tag nichts als Fernsehen, obwohl sie nach einer Minute sowieso vergessen, worum es geht.

Als Außenstehender kann man das zwar vermuten und auf eine gewisse Weise mag das auch stimmen. Aber im Grunde genommen sieht es anders aus.

Katzenladys geben ihrem Leben Bedeutung, sie legen sich eine Verantwortung auf, um die sie sich kümmern müssen. Damit sind sie schon wesentlich weiter, als die meisten unter uns. Sind wir erst einmal mitten im Berufsleben angekommen, machen wir nichts, als zu arbeiten, abends mal ein wenig Netflix zu schauen und dann schlafen zu gehen.

Dementsprechend ist unser Liebesleben oftmals das, was am unsichersten ist, demzufolge auch das, auf das wir am meisten Wert legen.

Das gute an der traurigen Sache ist, dass wir unsere Werte selbst aussuchen können. Ja, richtig gehört. Du bestimmst selbst, was dir wichtig ist.

Wie bestimmst du, was für dich wichtig ist? Ich beginne erst einmal, was dir NICHT wichtig sein sollte:

  1. Geld. Fakt ist, solange du genug Geld für ein Dach über dem Kopf sowie Essen und Trinken hast, bist du mehr als genug versorgt. Alles was darüber hinaus geht, ist nur Luxus. Richtig gehört, dein Smartphone, dein Netflix Account und deine Playstation sind so gesehen unwichtig. Generell nach materiellen Gütern zu gehen und daran sein Glück zu messen, ist einfach nur Bullshit. Ich sage nicht, dass du jetzt alles verkaufen sollst, denn Konsumgüter geben uns eine gute Unterhaltung und Freude.
  2. Status. Was andere von dir denken und halten, kannst du niemals kontrollieren, schon gar nicht solltest du es. Alleine dadurch, dass du versuchst es zu kontrollieren, macht dich unglücklicher. Gerade weil du keine Kontrolle darüber hast. Abgesehen davon bringt es dir nicht sonderlich viel.

Worauf solltest du also Wert legen? Auf Dinge, die du kontrollieren kannst. Was sind das denn für Dinge?

  1. Deine eigene Moral. Moralische Werte wie Ehrlichkeit, Respekt und Loyalität lassen sich zu jeder Sekunde in deinem Leben von dir kontrollieren und sollten dementsprechend verfolgt werden. Sei wütend auf dich, wenn du dich nicht daran hältst, aber wenn etwas außerhalb deiner eigenen Kontrolle liegt, sollte es dich nicht ärgern. Warum auch, du hast damit nichts zu tun. Es sei denn, eine unangenehme Situation entsteht nur, weil du deine Moral verletzt. Dann tue mir den Gefallen und gib dir selbst eine Backpfeife.

Durch deinen Charakter und deine Moral solltest du dich messen, niemals an externe Dinge. Wenn du einem Menschen deine beste Seite zeigst und sie kein Interesse hat, dich kennen zu lernen, dann ist das nun mal so. Es gibt genug Menschen da draußen, vergeude deine Zeit nicht.